Hallo und herzlich willkommen. Schön, dass Sie wieder dabei sind. Wir haben uns wirklich tief in die Unterlagen eingegrabelt, die Sie uns geschickt haben und da eine faszinierende Fallstudie entdeckt. Absolut. Es geht um die Klimakrise, aber mal nicht so abstrakt global, sondern ganz konkret runtergebrochen auf einen Ort, den Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Und das Besondere ist ja dieser Dreiklang an Quellen, den Sie uns da zur Verfügung gestellt haben. Genau, wir haben auf der einen Seite eine knallharte wissenschaftliche Warnung, dann ein, ich würde sagen, fast schon revolutionäres Konzept von einer Bürgerinitiative und dann als drittes den ganz offiziellen, sehr pragmatischen Anpassungsplan von der Kreisverwaltung selbst. Und genau das macht es so spannend. Diese Unterlagen erzählen die Geschichte eines fundamentalen Konflikts unserer Zeit. Welchen meinen Sie da genau? Naja, das Spannungsfeld zwischen dem, was die Wissenschaft sagt, was also unumgänglich ist, dem, was von der Gesellschaft, von Bürgern erträumt und gefordert wird und dem, was dann am Ende im politischen Alltag tatsächlich umgesetzt werden kann. Das ist wirklich ein Blick direkt in den Maschinenraum. Die große Vision trifft auf die pragmatische Realität. Fangen wir doch mal mit der Grundlage an, mit dieser wissenschaftlichen Warnung. Gerne. Das ist eine Pressemitteilung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft. Die ist von September 2025. Und die Kernaussage, die hat es echt in sich. Die ist knallhart, ja. Sie sagen im Grunde, die 10.000 Jahre stabiles, gemäßigtes Klima, die unsere ganze Zivilisation erst möglich gemacht haben, diese Ära, die könnte jetzt vorbei sein. Das ist der entscheidende Satz. Wir verlassen den sicheren Hafen sozusagen. Und Sie untermauern das ja mit einer Grafik zur globalen Temperatur, die einem wirklich einen Schauer über den Rücken jagt. Oh ja, die habe ich gesehen. Man sieht diese unglaubliche lange, flache Linie über Jahrtausende. Da ist der Ackerbau entstanden, die Städte, alles. Und dann mit der industriellen Revolution geht diese Linie fast senkrecht nach oben. Wie ein EKG, das plötzlich einen Herzinfarkt anzeigt. Genau, der Vergleich kam ja auch. Und die Prognosen, die da drin stehen, sind ja keine Spekulationen. Was sagen denn die Zahlen für die Zukunft? Also unter den aktuellen politischen Rahmenbedingungen, wenn wir also quasi so weitermachen, dann prognostizieren die eine Erwärmung von 2 bis 3 Grad Celsius. Bis 2050. Ja, und bis zum Ende des Jahrhunderts könnten es dann eben 4 bis 5 Grad sein. Und das klingt vielleicht erst mal nicht nach viel, aber wir müssen uns das mal klar machen. Der Unterschied zwischen einer Eiszeit und unserer heutigen Warmzeit waren auch nur etwa 5 bis 6 Grad. Das heißt, wir sprechen hier von einer Veränderung geologischen Ausmaßes, aber in der Zeitspanne von einem einzigen Menschenleben. Genau das. Aber gut, diese Zahlen 4 bis 5 Grad, die fühlen sich ja doch irgendwie abstrakt an. Was heißt das denn konkret? Und da helfen uns ihre anderen Quellen. Diese City-Dokumente, die erden das Ganze. Die warnen zum Beispiel, dass der Kipppunkt für das Grönland-Eis, also der Punkt, ab dem das Abschmelzen nicht mehr aufzuhalten ist, exakt, dass dieser Punkt wahrscheinlich schon zwischen 1,5 und 2 Grad liegt. Den haben wir also fast schon erreicht. Okay. Und diese Dokumente, die zeichnen auch ein Worst-Case-Szenario. Bei einem Business-as-usual könnten wir global schon zwischen 2040 und 2050 bei 2,7 bis 3,2 Grad landen. Das ist ja quasi übermorgen. Das ist nicht mehr die ferne Zukunft. Eben nicht. Und was ich daran so bemerkenswert fand, war die Kritik, die da auch geübt wird. Am Weltklimarat, am IPCC. Ja, genau. Die Kritik lautet, die Wissenschaft neige dazu, zu vorsichtig zu sein. Sich auf konsensfähige Mittelwerte zu konzentrieren, um bloß nicht als alarmistisch zu gelten. Und dabei fallen die Extreme hinten runter. Richtig. Die zwar weniger wahrscheinlichen, aber eben existenziell bedrohlichen Szenarien. Das ist, als würde man einen Deich nur für das durchschnittliche Hochwasser bauen und die Jahrhundertflut ignorieren. Das ist ein gutes Bild. Man versichert sein Haus ja auch nicht gegen Nieselregen, sondern gegen den unwahrscheinlichen, aber katastrophalen Brand. Genau diese risikobasierte Denkweise fordern die Autoren hier ein. Okay, mit dieser doch sehr beunruhigenden Realität im Hinterkopf tauchen wir jetzt mal in den Landkreis Kusel ein. Jetzt wird es lokal. Und ihre Unterlagen zeigen da ja, zwei komplett unterschiedliche Wege damit umzugehen. Einmal der radikale Ruf nach dem Warum, warum ist unser System so? Und einmal die pragmatische Frage nach dem Wie, wie handeln wir jetzt? Fangen wir mit der Vision an. Fangen wir mit der Vision an. Das Konzept Papier, Zukunftsdorf und Resilienzaufbau. Und das also das legt gleich mal los. Ohne jede Zurückhaltung. Ich muss den Satz einfach zitieren. Ich ahne, welcher kommt. Politiker sind wie Windeln. Man sollte sie regelmäßig wechseln und zwar aus demselben Grund. Ja, das ist meine Ansage. Da wird nicht lange gefackelt. Das ist kein sanfter Appell. Das ist eine Kriegserklärung an den Status quo. Man spürt diese Frustration in jeder Zeile. Total. Das Dokument kritisiert ja scharf die Abhängigkeit der Politik von Konzerninteressen, Öl, Kohle, Chemie und macht einen ganz wichtigen Punkt. Und zwar Klimawandel ist immer auch eine soziale Frage. Die Folgen tressen die Schwächsten, die sich am wenigsten schützen können, immer am härtesten. Und es bleibt ja nicht bei der Wut. Es werden ja unglaublich kreative, konkrete Vorschläge gemacht. Das ist keine reine Protestschrift. Nehmen wir mal Modul A, die Nahversorgung. Da geht es nicht nur darum, mal hier und da einen Dorfladen aufzumachen. Die Vision ist eine landkreisweites, koordiniertes Netz, eine richtig geplante Infrastruktur, um eben die Abhängigkeit von langen Lieferketten zu reduzieren. Genau. Und dann wird es richtig wild. Modul B, Biomüll als Ressource. Das ist mein persönliches Highlight. Die Idee ist, in dezentralen Anlagen den Biomüll nicht einfach zu kompostieren, sondern ihn von Larven verwerten zu lassen. Von Larven? Ja, von der schwarzen Soldatenfliege oder von Mehlwürmern. Und das Ergebnis ist extrem hochwertiges, proteinreiches Tierfutter. Das ist ja perfekte Kreislaufwirtschaft. Absolut. Ein Abfallprodukt wird zur wertvollen Ressource für die lokale Landwirtschaft. Und gleichzeitig reduziert man die Abhängigkeit von importiertem Soja oder Fischmehl. Also Insektenlarven fressen unseren Biomüll und werden dann zu Hühnerfutter. Das klingt nach Science Fiction, ist aber offenbar todernst gemeint. Völlig. Und es geht ja noch weiter. Modul C, die vergessenen Kulturpflanzen. Das fand ich auch faszinierend. Statt nur auf hochgezüchtete, anfällige Sorten zu setzen, sollen auf kommunalen Flächen gezielt trockenresistente Unkräuter angebaut werden. Also Pflanzen wie Brennnessel, Löwenzahn oder weißer Gänsefuß. Pflanzen, die unsere Vorfahren noch kannten und die perfekt an die Region angepasst sind. Das ist im Grunde eine Rückbesinnung auf alte Weisheiten, kombiniert mit moderner Notwendigkeit. Und dann kommt das demokratische Herzstück des Konzepts, Modul D. Die Bürgerplattform. Genau. Da wird eine parteiunabhängige Online-Plattform vorgeschlagen. CMS Konsul. Sagt mir erst mal gar nichts, der Name. Das ist ein wichtiger Punkt. Konsul ist keine neue Erfindung. Das ist eine bewährte Open Source Software. Die wird schon in Metropolen wie Madrid oder Reykjavik für Bürgerhaushalte und sowas genutzt. Okay, also ein erprobtes Werkzeug für direkte Demokratie. Und die Idee ist, es eben auf Landkreisebene einzusetzen und den Betrieb als soziale Beschäftigungsinitiative zu organisieren. Man löst also wieder mehrere Probleme auf einmal. Und was soll das Ganze kosten? 2 Millionen Euro geschätzt. Was mich an dem Konzept aber am meisten fasziniert hat, ist diese philosophische Ebene dahinter. Dieses Konzept Gaia Autismus Homo Sapiens Quadrat. Das müssen wir uns mal erklären. Ja, das ist der tiefste und vielleicht auch radikalste Gedanke in dem ganzen Papier. Schießen Sie los. Die These lautet, dass unsere Gesellschaft von Systemen geprägt ist, die kurzfristiges, egoistisches, die Autoren nennen es soziopathisches Verhalten, belohnen. Ein System, das externalisierte Kosten, also Umweltschäden zum Beispiel, einfach ignoriert. Okay, soweit kann ich folgen. Und demgegenüber, so die These, stehen neurodivergente Perspektiven, speziell autistische, die sich oft durch eine hohe analytische Tiefe, eine starke Werte- und Faktenorientierung auszeichnen. Die Idee ist nun, diese Denkweisen nicht als Defizit zu sehen, sondern als ein zivilisatorisches Korrektiv. Also die Vielfalt im menschlichen Denken als eine Art Immunsystem für die Gesellschaft. Genau das. Das wird explizit mit der Gaia-Hypothese verbunden. Die Erde als selbstregulierendes System, dessen Stabilität durch Vielfalt gesichert wird. Und so wie biologische Vielfalt ein Ökosystem widerstandsfähig macht, so argumentiert das Papier, kann Neurodiversität, also die Vielfalt der menschlichen Denkweisen, ein soziales System stabilisieren und vor dem Kollaps bewahren. Es geht also um viel mehr als nur Dorfläden und Insektenlarven. Es ist ein Plädoyer, die Art und Weise, wie wir als Gesellschaft Entscheidungen treffen, fundamental zu verändern. Genau. Okay, das ist wirklich starker Tobak. Eine Bürgerinitiative, die Insektenlarven, Unkräuter und Neurodiversität als Lösung für die Klimakrise vorschlägt. Da fragt man sich, und was sagt die offizielle Politik dazu? Wie sieht die Realität im Kreishaus aus? Ja, und da liefert ihr drittes Dokument das offizielle Klimawandel Anpassungskonzept eine komplett andere, aber ebenso faszinierende Antwort. Der Kontrast ist wirklich enorm. Wenn das Bürgerkonzept ein leidenschaftliches Gedicht ist, dann ist das hier ein extrem detailliertes, sachliches Sachbuch. Ja, erstellt von der Hochschule Trier, hunderte Seiten voller Daten, Karten, Tabellen. Hier regiert die Nüchternheit. Die Vorgehensweise ist klassisch-methodisch. Bestandsaufnahme, Risikoanalyse und daraus dann Maßnahmen entwickeln. Und diese Daten, die haben es ja in sich. Das ist keine abstrakte Zukunftsangst mehr. Da steht schwarz auf weiß, die Erwärmung ist im Landkreis Kuse schon messbar. Die Zahl der heißen Tage hat zugenommen, die der Frosttage abgenommen. Es werden Hotspots für Hitze und Sturzfluten ganz präzise identifiziert. Eine Zahl fand ich besonders eindrücklich. Die Feuerwehreinsätze? Ja, allein in den Jahren 2023 und 2024 gab es 307 Einsätze mit naturbasiertem Hintergrund, also Brände, Unwetter, umgestürzte Bäume. Das ist fast jeden zweiten Tag ein Einsatz. Das macht die Gefahr plötzlich sehr, sehr greifbar. Absolut. Und auf Basis dieser Daten teilt der Plan die Handlungsfelder dann in Cluster. Gesundheit, Wasser, Land- und Forstwirtschaft und so weiter. Und die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass für einen ländlichen Raum wie Kusel die Bereiche Land und öffentliche Bereiche am stärksten betroffen sind. Was ja auch zu erwarten war. Wälder, Äcker, die öffentliche Infrastruktur. Und der Plan bleibt ja nicht bei der Analyse stehen. Es werden Leuchtturmaßnahmen vorgeschlagen, und zwar vor allem an kreiseigenen Schulen. Warum ausgerechnet Schulen? Das ist ein sehr pragmatischer und ich finde cleverer Schachzug. Der Landkreis ist Träger dieser Schulen. Das heißt, er kann da direkt handeln. Genau. Er muss sich nicht mit 98 einzelnen Ortsbürgerweißern abstimmen. Es ist der Bereich, wo man die eigene Gestaltungsmacht am schnellsten und wirksamsten einsetzen kann. Ein realistischer Anfangspunkt. Okay, dann schauen wir uns diese Leuchtturmprojekte mal an. Was ist da geplant? An der IGS Schönenberg-Kübelberg zum Beispiel. Da gibt es ein doppeltes Problem. Hitzestau auf dem Schulhof und Überflutungsrisiko durch den nahen Kohlbach. Und die Lösung? Entziegelung von Flächen, Fassadenbegrünung zur Kühlung, die Einrichtung eines grünen Klassenzimmers im Freien und sogar mobile grüne Wände für die Tribüne. Alles sehr konkrete bauliche Maßnahmen. Das klingt sehr handfest. Und das zweite Beispiel war Lauterecken, oder? Genau, der Schulstandort Lauterecken. Der wird als prioritär eingestuft wegen starker Hitzebelastung und akuter Sturzflutgefahr. Und da geht der Vorschlag noch weiter? Ja, 60 Prozent der versiegelten Flächen. Das sind über 21.000 Quadratmeter. Das muss man sich mal vorstellen. Drei Fußballfelder sollen aufgebrochen werden, um als Schwamm für Regenwasser zu dienen. Richtig. Und dazu kommen systematische Baumpflanzungen auf den Parkplätzen für Schatten. Und das dritte Beispiel das Schulzentrum in Kusel selbst am Rossberg. Das ist ein Klassiker. Da gibt es ein riesiges transparentes Vordach. Das im Sommer wie ein Treibhaus wirkt und die Klassenräume dahinter unerträglich aufheizt. Eine Bausünde der Siebziger. Absolut. Der Vorschlag hier Umbau des Vordachs, Dachbegrünung, wo es geht. Und das ist ein schöner pädagogischer Aspekt. Die Gründung einer Schüler AG zum Thema Wasser. Es geht also darum, die Fehler der Vergangenheit zu reparieren und die nächste Generation einzubinden. Wenn man das so hört, wird der Unterschied im Ansatz überdeutlich. Total. Auf der einen Seite die große systemkritische Vision. Auf der anderen Seite der datengestützte administrative Pragmatismus. Der fängt bei dem an, was direkt machbar und wahrscheinlich auch förderfähig ist. Zwei Welten in einem Landkreis. Und auf den ersten Blick scheinen die ja meilenweit voneinander entfernt. Die einen wollen das System stürzen, die anderen wollen es verwalten. Aber wenn man genauer hinsieht, gibt es ja doch Überschneidungen. Erstaunlich viele. Ja, beide Konzepte identifizieren dieselben Kernprobleme. Nahversorgung, Wassermanagement, die Landwirtschaft, die Notwendigkeit von Begrünung. Und beide betonen die Bürgerbeteiligung. Auch wenn sie das ganz unterschiedlich interpretieren. Genau. Der eine mit dem Ruf nach direkter Demokratie. Der andere vermutlich eher mit klassischen Bürgerinformationsabenden. Der fundamentale Unterschied liegt also im Ansatz. Ja, Zukunftsdorf ist transformativ und bottom up. Es stellt die Warum-Frage. Warum erzeugt unser System diese Probleme überhaupt? Der offizielle Plan ist administrativ und top down. Er stellt die Wie-Frage. Wie können wir innerhalb der gegebenen Regeln und Budgets das Beste tun? Und deshalb findet man im offiziellen Plan eben auch etablierte Maßnahmen wie Entsiegelung, für die es Förderrichtlinien gibt. Und eben nicht die Idee, Biomüll mit Insektenlarven zu verwerten, für die man erst mal die rechtlichen Grundlagen schaffen müsste. Genau. Wenn wir das jetzt mal auf die große Ebene heben, dann erkennen wir doch, dass eigentlich beide Herangehensweisen überlebenswichtig sind. Inwiefern? Naja, das visionäre Konzept liefert die radikal neuen Ideen, die Energie, den gesellschaftlichen Druck, der Veränderung oft erst möglich macht. Es springt die Grenzen des Denkbaren. Und der offizielle Plan? Der liefert die Daten, die Struktur und die umsetzbaren, wenn auch kleineren Schritte. Er sorgt dafür, dass aus den Visionen nicht nur Träume bleiben, sondern tatsächlich etwas auf dem Boden ankommt. Das heißt also unterm Strich? Die eigentliche Kunst wäre es, diese beiden Welten nicht als Gegner zu sehen, sondern als Partner. Das ist die zentrale Herausforderung, nicht nur für den Landkreis Kusel, sondern für unsere gesamte Gesellschaft. Man braucht beides. Unbedingt. Wir brauchen den Mut der Visionäre, um unkonventionelle, unbequeme Ideen überhaupt erst zu denken. Und wir brauchen die methodische Sorgfalt der Planer, um diese Ideen zu prüfen und in die Realität umzusetzen. Ohne die Visionäre verharren wir im Status quo. Und ohne die Planer verpuffen die besten Visionen im Nichts. Es ist wie ein Motor und ein Getriebe. Das eine sorgt für die Kraft, das andere dafür, dass die Kraft auch auf die Straße kommt. Ein Motor und ein Getriebe. Das fasst es wirklich perfekt zusammen. Wir haben heute gesehen, wie eine globale wissenschaftliche Warnung in einer kleinen Region wie dem Landkreis Kusel zwei völlig unterschiedliche, aber auf ihre Art beide notwendige Antworten hervorruft. Einen kreativen, fast revolutionären Bürgerentwurf und einen methodischen, pragmatischen Verwaltungsplan. Genau. Und damit möchten wir Ihnen einen letzten Gedanken mit auf den Weg geben. Diese Unterlagen werfen eine Frage auf, die weit über Kusel hinausgeht und die man sich überall stellen kann. Und die wäre? Reicht es, unsere bestehenden Systeme nur an den Klimawandel anzupassen, also Schulen zu begrünen, Erosionsschutz zu verbessern, Wasserleitungen zu optimieren? Oder müssen wir, wie es das Zukunfts-Dorf-Konzept so radikal fordert, die grundlegenden Spielregeln unserer Wirtschaft, unserer Landwirtschaft und letztlich unserer Demokratie neu denken, um wirklich widerstandsfähig, also resilient für die Zukunft zu werden? Es ist Zeit für eine Renovierung oder brauchen wir einen kompletten Neubau? Das ist die Frage.